Neue, normbasierte Methode berechnet erstmals den Wärmebedarf aller Gebäude in Deutschland

Bonn/Leipzig, 13. Januar 2026

Energieeffizienz ist längst ein zentraler Faktor der Energiewende. Steigende Heizkosten, wachsendes Klimabewusstsein und neue gesetzliche Vorgaben machen die energetische Qualität von Gebäuden zu einem entscheidenden Faktor für die Immobilienwirtschaft, die kommunale Planung und die Energiewende.

Mit einer neuen Methodik zur Wärmebedarfsberechnung setzen Nexiga und die DBI-Gruppe nun einen Meilenstein: Erstmals wird der gesamte Gebäudesektor in Deutschland – Wohn- und Nichtwohngebäude – präzise und normbasiert abgebildet.


Warum eine neue Methodik notwendig ist

Die bisherige Berechnung des Wärmebedarfs war für gebäudescharfe Planungen zu ungenau. Sie basierte auf pauschalen Annahmen, berücksichtigte ausschließlich den Wohnsektor und nutzte spezifische Verbrauchswerte wie kWh/(m²·a) anstelle physikalischer Gebäudeeigenschaften. „Diese Vorgehensweise führte zu erheblichen Informationsverlusten und schränkte die Aussagekraft für konkrete Planungen ein“, erklärt Dirk Schneider, Geschäftsführer bei Nexiga.
Mit der neuen Methodik hingegen wird der gesamte Gebäudesektor berücksichtigt – denn standortspezifische Besonderheiten und gebäudespezifische Details – unter anderem durch die Nutzung von LOD2-Gebäudedaten – folgen nun konsequent den Vorgaben der DIN V 18599. Damit wird die Methodik der Energieberatung auf eine deutschlandweite GIS-basierte Lösung übertragen und durch einen datenbasierten Ansatz skaliert.

Was sich ändert

Die neue Berechnung deckt heute mit rund 34 Millionen den überwiegenden Anteil des beheizten Gebäudebestands in Deutschland ab und berücksichtigt etwa 70 Millionen Gebäudestrukturen. Sie ermöglicht eine detaillierte Analyse baulicher Situationen, etwa die Unterscheidung zwischen freistehenden Gebäuden, mittleren Reihenhäusern oder außenstehenden Reihenhäusern mit freien Außenwänden. Wärmebedarfsinformationen werden ebenso für als unbeheizt eingestufte Gebäude bereitgestellt. Zudem erlaubt die neue Methodik getrennte Angaben für Heizwärme und Warmwasser und folgt konsequent den normativen Vorgaben der DIN V 18599.

„Mit unserer flächendeckenden Datenbasis und der neuen Methodik schaffen wir eine bisher unerreichte Transparenz. Energieeffizienz wird damit messbar, vergleichbar und für alle Beteiligten nachvollziehbar – ein entscheidender Schritt für nachhaltiges Bauen und Wohnen“, betont Dirk Schneider, Geschäftsführerbei Nexiga.

„Die gemeinsame Wärmebedarfsberechnung von DBI und Nexiga ist ein Meilenstein für die Energiewende. Durch die Verbindung normbasierter Verfahren mit detaillierten Geodaten bilden wir den gesamten Gebäudesektor präzise ab. Das liefert belastbare Entscheidungsgrundlagen für Kommunen, Netzbetreiber, Energieversorger, Stadtwerke und die Wohnungswirtschaft“, ergänzt Gert Müller-Syring, Geschäftsführer & Sprecher der DBI-Gruppe.

Die neue Methodik eröffnet zahlreiche praktische Einsatzmöglichkeiten

Kommunen können auf Basis der neuen Daten Wärmepläne erstellen, die den gesetzlichen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) entsprechen. So lassen sich Wärmenetze gezielt ausbauen und Quartierskonzepte entwickeln, die den lokalen Bedarf berücksichtigen.

Wohnungsbaugesellschaften können ihre Bestände energetisch bewerten und priorisieren, welche Gebäude zuerst saniert werden sollten. Die detaillierte Wärmebedarfsanalyse ist die Basis für eine fundierte Investitionsplanung und ermöglicht eine Sensitivitätsanalyse bzgl. der Auswirkungen von verschiedenen Sanierungsstufen.

Energieversorger, Netzbetreiber und Energieberater erhalten präzise, normbasierte Wärmebedarfsdaten als Grundlage für die kommunale Wärmeplanung, die Auslegung von Wärmenetzen, die wirtschaftliche Bewertung von Nah- und Fernwärmelösungen sowie für Voranalysen und Szenarien zur Planung von Sanierungsmaßnahmen.


Über Nexiga

Nexiga ist seit über 40 Jahren ein führender Anbieter für Location Intelligence und Geomarketing und verbindet Daten, Technologie und räumliche Intelligenz zu erfolgreichen Lösungsstrategien. Das Unternehmen unterstützt bei der Analyse und Planung von Vertriebs- und Versorgungsgebieten, Standort- und Filialstrategien und der Profilierung von Kunden und Zielgruppen.

Basis dafür ist eine qualitativ hochwertige und umfassende mikrogeografische Datenbank. Mit Data-as-a-Service, Data Enrichment, intelligenten Analysen und SaaS-Lösungen für GIS und Geokodierung schafft Nexiga fundierte Einblicke in Märkte, Kunden und Standorte für jede Branche – und damit die Grundlage für zielgerichtete Marketing-, Vertriebs- und Ausbauentscheidungen.

Das Unternehmen ist Mitglied der GSG GENII Software Gruppe, die führende, branchenspezifische Softwarelösungen und Dienstleistungen für mittelständische Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen anbietet.

Über DBI

Die DBI-Gruppe bearbeitet als unabhängige Unternehmensgruppe des DVGW e.V. Themen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Gaserzeugung, Speicherung, Transport/ Verteilung bis hin zur effizienten und umweltschonenden Nutzung erneuerbarer Energieträger.

Die DBI Gas- und Umwelttechnik steht für die Entwicklung zukunftsweisender Technologien rund um regenerative gasförmige Energieträger und deren erfolgreiche Einführung in die Praxis. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Lösungen, die sich direkt in der Energie- und Wärmetechnik anwenden lassen. Mit normbasierten Methoden und fundierter wissenschaftlicher Expertise unterstützt das Unternehmen die Gestaltung einer sicheren, effizienten und klimafreundlichen Energieversorgung. Die DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg forscht an grundlagenorientierten Fragestellungen.

Pressekontakt:

Emily Schemmel
(+49) 341 2457 199
kontakt@dbi-gruppe.de

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