GreenH2Supply – Sichere und resiliente leitungsgebundene Versorgung von Kraftwerken, Industrie und Gewerbe mit grünem Wasserstoff

Im Januar 2026 startete das Projekt GreenH2Supply – Sichere und resiliente leitungsgebundene Versorgung von Kraftwerken, Industrie und Gewerbe mit grünem Wasserstoff. Es wird mit rund 2,0 Mio. EUR durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Im Zentrum des Projektes steht die Erforschung der praktischen und ökologischen Untersuchung der leitungsgebundenen H2-Versorgungskette für Kraftwerke und Industrie. Das Gesamtziel des geplanten Projektvorhabens ist es, notwendige und gesicherte Ergebnisse aus den Untersuchungen von Rohrleitungsmaterialien, Strömungsdynamiken, Anwendungstechnologien sowie Komponenten der Infrastruktur im Kontext der zukünftigen Umstellung von Erdgas auf H2 zu schaffen.

Unsere Motivation

Saubere Energieversorgung von morgen

Die Energieversorgung von morgen muss umweltfreundlich, klimaneutral und kostengünstig sein. Wasserstoff leistet hier als zukunftsweisender Energieträger einen wichtigen Beitrag und ist Kernelement der Energiewende. Die Nationale Wasserstoffstrategie setzt einen Rahmen für die Erzeugung, den Transport, die Nutzung und die Verwendung von Wasserstoff. Grüner Wasserstoff – hergestellt mit erneuerbarem Strom – spielt auf dem Weg zu einer modernen, innovativen Wasserstoffinfrastruktur eine Schlüsselrolle: Wichtige Sektoren können dekarbonisiert, Treibhausgase mit bestehenden Technologien im Wärmemarkt gemindert und Gasnetze transformiert werden. Wasserstoff ist das wichtigste Element der Sektorenkopplung und verbindet die Produktion erneuerbarer Energien nicht nur mit dem Stromsektor, sondern auch mit dem Wärmesektor.

Die Forschungsschwerpunkte im Überblick

Im Projektvorhaben werden folgende Forschungsschwerpunkte bearbeitet:

Die Meilensteine

Besuchen Sie das Wasserstoffdorf an einem Tag der offenen Tür

Gern können Sie an einem Tag der offenen Tür unsere Wasserstoff-Testinfrastruktur am Standort im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen besichtigen.

Projektpartner

Wissenschaft und Praxis kooperieren

In dem Projekt schließen sich mit der DBI Gas und Umwelttechnik GmbH, der Mitteldeutschen Netzgesellschaft Gas mbH (MITNETZ GAS) und der HTWK Leipzig Projektpartner aus Forschung, Netzbetrieb und Wissenschaft zusammen. Die Projektpartner setzen mit dem Vorhaben die Projekte „H2-Netz“ und „H2-Home“ sowie H2Infra fort. Die Projekte wurden durch das Förderprogramm „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Die im Rahmen der Projekte entstandene einmalige Forschungsinfrastruktur für Wasserstoffverteilnetze in Bitterfeld-Wolfen wird dafür genutzt und weiterentwickelt.

Das DBI-Projektteam übernimmt die Koordination des Projekts GreenH2Supply und sorgt dafür, dass alle Arbeitspakete vernetzt und die Ergebnisse gemeinsam mit den Projektpartnern abgestimmt werden. Darüber hinaus verantwortet die DBI GUT GmbH die Veröffentlichung der Ergebnisse, beispielsweise auf Fachtagungen und in Fachzeitschriften. Ein weiteres Ziel der Fortführung von Untersuchungen der Infrastrukturkomponenten besteht in der Erhebung von Langzeiterfahrungen bezüglich der Wasserstoffverträglichkeit und Funktionalität der eingesetzten Komponenten und Rohrleitungen. Es ist vorgesehen, sowohl die in der Forschungsplattform verlegten Rohrmaterialien als auch Komponenten aus der bestehenden Erdgasinfrastruktur einer Langzeitprüfung zu unterziehen. Diese Prüfung erstreckt sich über den gesamten Forschungszeitraum von 36 Monaten. Im Rahmen der Untersuchungen werden regelmäßig Sicht- und Funktionsprüfungen, Leckagemessungen am vorhandenen Komponentenversuchsstand durchgeführt. Darüber hinaus werden Gasproben an Prüfstellen im Netz entnommen und analysiert. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse für den sicheren und effizienten Aufbau einer standardisierten Wasserstoffinfrastruktur zu gewinnen und Optimierungspotenziale frühzeitig zu identifizieren.

Das Projektteam von MITNETZ GAS betrachtet im GreenH2Supply-Projekt die Umstellung bestehender Erdgasnetze auf den Betrieb mit reinem Wasserstoff sowie der Optimierung der Betriebsführung von Wasserstoffnetzen. Dies umfasst auch die Versorgung von Kraftwerken, Industrie und Gewerbe. Der Fokus liegt auf dem Aufbau eines Versuchsstands zur Untersuchung der Strömungsgeschwindigkeit, der als Grundlage für praktische Experimente dienen soll. Die Daten werden zur Validierung und Verbesserung der CFD-Simulationsmodelle genutzt, mit dem Ziel, diese für die Analyse komplexerer Systeme zu erweitern. Im Rahmen dieser Untersuchungen sollen potenzielle Herausforderungen und unerwünschte Effekte in Formteilen und Komponenten identifiziert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der effizienten und sicheren Instandhaltung von Wasserstoffnetzen durch Optimierung der zustandsorientierten Instandhaltung sowie der Durchführung von Leitungsarbeiten und Netzerweiterungen. Hierbei werden anerkannte Verfahren aus dem Erdgasbereich zur Gasflussunterbrechung und Absperrtechnologien wie z. B. das Stopple-Verfahren im Hochdruckbereich hinsichtlich der Wasserstofftauglichkeit untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden in Empfehlungen für technische Grundsätze und zukünftige Regelwerke einfließen, um den Aufbau einer sicheren und wirtschaftlichen Wasserstoffinfrastruktur zu unterstützen.

Das Projektteam der HTWK Leipzig führt im GreenH2Supply-Projekt eine ökobilanzielle Bewertung (Lebenszyklusanalyse) des H2-Transports durch. Der Fokus liegt hierbei auf der Umstellung bestehender Erdgas-Pipelines auf Wasserstoff sowie dem Neubau spezifischer Wasserstoff-Pipelines. Das Ziel besteht darin, fundierte Aussagen zu den ökologischen Auswirkungen unterschiedlicher Pipeline-Systeme zu treffen und Empfehlungen für eine nachhaltige Transformation der Infrastruktur abzuleiten. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung und Validierung von CFD-Modellen zur Simulation der Strömungseigenschaften in Wasserstoffpipelines. Dies umfasst die Analyse von Strömungsphänomenen wie Turbulenzen, Druckverlusten und Materialbeanspruchungen. Zusätzlich werden realitätsnahe Versuche an einem Strömungsgeschwindigkeitsversuchsstand durchgeführt, um die Simulationsergebnisse zu validieren. Darüber hinaus übernimmt die HTWK die wissenschaftliche Begleitung aller Arbeitspakete. Hierzu zählen das Monitoring der Infrastruktur, die Aufbereitung von Messdaten sowie Auswertung von Langzeituntersuchungen zu Komponenten und Sicherheitstechnik. Diese Aktivitäten sind essenziell, um die wissenschaftlich-technischen Ziele des Projektes zu erreichen.

Versuchsstand

Komponentenprüfung für den dauerhaften Einsatz von Wasserstoff unter realen Bedingungen

Im Rahmen der Prüfung werden die Komponenten einem Langzeittest unter realen Betriebsbedingungen mit reinem Wasserstoff im Wasserstoffdorf Bitterfeld-Wolfen unterzogen. Vor- und nachgelagert findet eine h2ready-Laboruntersuchung im akkreditierten DVGW Prüflaboratorium Energie am Standort Freiberg statt.

Der Versuchsstand bietet die Möglichkeit die Komponenten unter folgenden Randbedingungen zu testen:

  • Wetter- & Umwelteinflüsse durch oberirdische Installation
  • Dauerhafte Durchströmung mit einer H2-Reinheit von ≥ 99, 96 Vol.-% bis zu 15 Nm³/h Durchfluss
  • Einsatz von Odoriermitteln
  • Druckstufe DP 16 bar, bis zu 9 bar Betriebsdruck
  • Nennweiten von DN 50 bis 150
  • Individuelle Abstimmung zu weiteren Druckstufen und Dimensionen möglich

Kontakt

Fachgebietsleiter Gasnetze & Gasanlagen

Stefan Schütz

(+49) 341 – 2457 118

Der DBI Newsletter.
Erhalten Sie regelmäßig aktuelle Informationen vom DBI, ganz individuell auf Ihre persönlichen Interessen zugeschnitten.

Login