Gemeinschaftsstudie H2-Netz OST startet in Ostdeutschland
Das Interesse an der geplanten Gemeinschaftsstudie H2-Netz OST ist groß: Rund 200 Teilnehmer kamen heute in Leipzig und im Livestream zum Auftakttreffen zusammen. Mit der Veranstaltung beginnt das Interessenbekundungsverfahren für die Studie, die die Voraussetzungen für eine ostdeutsche Wasserstoff-Verteilnetzinfrastruktur schafft. Die Studie wird gemeinsam von der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, der DBI-Gruppe und der VIONTA durchgeführt.
Die geplante Gemeinschaftsstudie H2-Netz OST folgt auf die Studie „Wasserstoffnetz Mitteldeutschland 2.0“ aus dem Jahr 2024, die einen wichtigen Grundstein für ein zukünftiges Wasserstoffverteilnetz in Mitteldeutschland gelegt hat. Im Auftrag von 54 privatwirtschaftlichen und öffentlichen Partnern wurde aufgezeigt, wie groß das Potenzial und der Bedarf einer gemeinsamen Wasserstoffinfrastruktur sind.
Seitdem haben sich die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen weiterentwickelt. Neue gesetzliche Vorgaben auf europäischer und nationaler Ebene sowie die Anforderungen aus Gasnetzgebietstransformationsplänen und Langfristprognosen erhöhen den Bedarf an frühzeitiger Abstimmung und koordinierten Herangehensweisen. Der Betrachtungsraum wird nun erstmals länderübergreifend auf ganz Ostdeutschland erweitert. H2-Netz OST nimmt damit eine gebündelte ostdeutsche Perspektive ein und ist aktuell das einzige Infrastrukturvorhaben auf Verteilnetzebene in dieser Größenordnung in Deutschland.
„Mit der Gemeinschaftsstudie schaffen wir einen gemeinsamen Rahmen für Ostdeutschland, um eine Wasserstoff-Verteilnetzinfrastruktur gemeinsam zu planen. Unser Anspruch ist es, Akteure aus Wirtschaft und öffentlicher Hand zusammenzubringen und regionale Perspektiven über Ländergrenzen hinweg zu bündeln. So legen wir die Grundlage dafür, dass die Energiewende auch ein Standortfaktor für Ostdeutschland wird“, erklärt Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland.
Die hohe Beteiligung – sowohl vor Ort als auch digital – unterstreicht das große Interesse aus Wirtschaft und Netzbetrieb. Der Auftakt markiert den Beginn eines strukturierten Dialogs, an dessen Ende eine Gemeinschaftsstudie stehen soll, die Wasserstoffbedarfe sowie Entwicklungsperspektiven der Infrastruktur und Erzeugung systematisch zusammenführt.
„Viele Unternehmen beschäftigen sich derzeit sehr konkret mit der Frage, ob Wasserstoff perspektivisch für sie verfügbar sein kann. Für diese Entscheidungen braucht es Transparenz über mögliche Anschlussräume und zeitliche Entwicklungen. H₂-Netz OST eröffnet die Chance, Bedarfe aus Industrie und Wirtschaft sichtbar zu machen und frühzeitig in einen gemeinsamen Zusammenhang zu stellen“, betont Dr. Ulf Kreienbrock, Geschäftsführer der VIONTA GmbH & Co. KG.
„Auf Verteilnetzebene geht es jetzt nicht um einzelne Ausbauprojekte, sondern um überregional abgestimmte Entwicklungspfade bis 2045. Dafür brauchen wir eine gemeinsame methodische Grundlage und einen umsetzungsorientierten ordnungspolitischen Rahmen, der Planungssicherheit schafft und Investitionen ermöglicht. Die Gemeinschaftsstudie bündelt erstmals eine länderübergreifende ostdeutsche Perspektive und integriert Nachfrage, Bereitstellung, Infrastruktur und Rechtsrahmen in einem konsistenten Gesamtkonzept. Sie unterstützt bestehende Instrumente wie die Langfristprognose 2.0, harmonisiert Annahmen und schafft Transparenz über tragfähige Optionen unter regional unterschiedlichen Bedingungen. Damit entsteht ein belastbarer Orientierungsrahmen für Netzbetreiber, Industrie und Politik gleichermaßen“, ergänzt Gert Müller-Syring, Geschäftsführer und Sprecher der Geschäftsleitung der DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH.
Gemeinschaftsstudie H2-Netz OST öffnet Beteiligung für weitere Akteure
Das Auftakttreffen diente der Vorstellung von Studienansatz, Schwerpunkten und Beteiligungsmöglichkeiten. Netzbetreiber, Industrie und Privatwirtschaft sind eingeladen, sich auch über den Termin hinaus aktiv an der Ausgestaltung einer ostdeutschen Wasserstoff-Verteilnetzinfrastruktur zu beteiligen.
Die Gemeinschaftsstudie H2-Netz OST wird gemeinsam von der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland, der DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH und der VIONTA GmbH & Co. KG durchgeführt. Initiativpartner sind die ONTRAS Gastransport GmbH, das Wasserstoffnetzwerk HYPOS, der Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW e.V.) sowie die Initiative für Wasserstoff in Ostdeutschland (IWO).







Über die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland
In der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland engagieren sich strukturbestimmende Unternehmen, Städte und Landkreise, Kammern und Verbände sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem gemeinsamen Ziel einer nachhaltigen Entwicklung und Vermarktung der Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturregion Mitteldeutschland.
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Die DBI-Gruppe deckt als unabhängige Unternehmensgruppe des DVGW e.V. die gesamte Wertschöpfungskette von der Gaserzeugung, Speicherung, Transport/ Verteilung bis hin zur effizienten und umweltschonenden Nutzung erneuerbarer Energieträger ab. Die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH, welche 1991 aus den gastechnischen Abteilungen des Deutschen Brennstoffinstituts hervorgegangen ist, vereint sowohl die Entwicklung neuer Technologien zur Nutzung regenerativer gasförmiger Energieträger als auch die Einführung innovativer Technologien in die Praxis. Als forschungsintensives KMU liegt der Schwerpunkt auf innovativem Engineering und Dienstleistungen. Das Tochterunternehmen, die DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg erforscht seit 1997 die grundlagenorientierten Fragestellungen. Aufgrund der Gruppenstruktur erfolgt ein schneller Transfer der Forschungsergebnisse in den Dienstleistungsbereich der Energie- und Gaswirtschaft.
Bilder: Jens Schlüter Photography
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