DBI-GRUPPE
DBI Gas- und Umwelttechnik
DE | EN

Biologische Röntgenkontrastmittelentfernung (BioX)

Projektabschluss BioX

Innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte sind anthropogene Spur- und Störstoffe in aquatischen Systemen immer mehr in den Fokus der Wasser- und Umweltforschung sowie der breiten Öffentlichkeit gerückt. Eine Gruppe von Spurstoffen, welche besonders schwer in der Abwassertechnik abbaubar sind, stellen jodierte Röntgenkontrastmittel (RKM) dar. Die wichtigsten und am häufigsten genutzten RKM sind Iomeprol, Iopamidol und Iopromid, welche aufgrund ihrer physikochemischen Eigenschaften nicht durch die mechanisch-biologische Reinigung im Klärwerk entfernt werden und sich somit in der Umwelt anreichern.

Ziel des Projektes war die Entwicklung und Optimierung eines Spezialreaktors, in welchem die Röntgenkontrastmittel Iomeprol, Iopamidol und Iopromid mittels biologisch beschichteten Aktivkohlefiltern eliminiert werden. Das Verfahren sollte dabei so ausgelegt werden, dass es eine hohe Eliminierungsrate von RKM bei gleichzeitig flexibler Betriebsweise, niedrigem Temperaturniveau, langer Standzeit und geringen Kosten aufweist.

Kontinuierliche Versuchsanlage zur Elimination von Röntgenkontrastmitteln (Quelle: DBI)

Innerhalb des Projektes wurden umfangreiche Batch-, kontinuierliche und Langzeitversuche bei variierenden Betriebsparametern (Substrat, Temperatur, Konzentration, Sauerstoffmilieu) durchgeführt. Es konnte gezeigt werden, dass für die bisherige beobachtete Elimination von Röntgenkontrastmitteln in Klärwerksabwässern höchstwahrscheinlich Archaeen verantwortlich sind. Die Röntgenkontrastmittel adsorbieren entweder an deren Oberfläche oder werden in das Zellinnere aufgenommen. Intra- oder extrazellulären Metabolisierung der Röntgenkontrastmittel konnten nicht beobachtet werden. Unter anaeroben und thermophilen Bedingungen (> 50 °C) konnten mehr Röntgenkontrastmittel eliminiert werden als unter meso- oder psychrophilen Bedingungen. Auch die chemische Zusammensetzung des Wassers und die RKM selbst beeinflussen die Elimination. Basierend auf diesen Ergebnissen wurde ein kontinuierlicher Spezialreaktor konzipiert, mit welchem die Elimination von Iomeprol, Iopamidol und Iopromid über eine Versuchszeit von einem halben Jahr untersucht wurde. Der Eliminationsgrad lag dabei über 99 %.

Aufgrund der Heterogenität des Systems Abwasser, seiner komplexen Matrix und inhibierenden Interaktionen zwischen gelösten organischen und anorganischen Stoffen besteht weiterhin ein hoher Forschungs- und Entwicklungsbedarf in diesem gesellschaftlichen und umweltrelevanten Themenfeld „anthropogene Spurenstoffe“.

Die vollständige Pressemitteilung können Sie hier herunterladen.

Kontaktdaten

DBI - Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg
Halsbrücker Straße 34
D-09599 Freiberg

Dipl.-Ing. (FH) Robert Manig
Telefon:         +49 3731 4195-337

Email anzeigen

  robert.manig@dbi-gruppe.de


Dr. Andreas Hänel
Telefon:         +49 3731 4195-304

Email anzeigen

  andreas.haenel@dbi-gruppe.de

ddd

Zurück